
Cannabistherapie bei Epilepsie: Klinische Studie bringt neue Hoffnung
Medizinisches Cannabis als Hoffnungsträger bei Epilepsie? Neue Studie gibt Aufschluss
Epilepsie gehört zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen und stellt besonders für Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Epilepsie eine große Belastung dar. Herkömmliche Antiepileptika helfen nicht immer und Nebenwirkungen können die Lebensqualität von Betroffenen erheblich einschränken. Doch es gibt Hoffnung: Eine neue klinische Studie untersucht die Wirkung von Cannabidiol (CBD) als zusätzliche Therapieoption.
CBD als ergänzende Therapie bei Epilepsie – was sagt die Wissenschaft?
Bereits in vergangenen Studien stellte sich CBD als vielversprechende Methode heraus, um die Therapie von Epilepsie zu ergänzen. So kann der Wirkstoff Entzündungen lindern [1], vor Gehirnzellenverfall schützen [2], das Bilden von neuen Nervenzellen stärken [3] und Zellschäden verhindern [4].
Neueste Erkenntnisse: CBD in der Behandlung therapieresistenter Epilepsie
Die jüngste dreifach verblindete, randomisierte klinische Studie untersuchte die Wirkung von CBD bei Patienten mit therapieresistenter Frontallappenepilepsie. Dabei wurde die Wirkung einer liposomalen CBD-Zubereitung zusätzlich zur Standardtherapie untersucht und mit einer Kontrollgruppe verglichen, die nur ein Placebo erhielt. [5]
Die wichtigsten Ergebnisse:
Reduktion der Anfallshäufigkeit:
66,67 % der CBD-Patienten zeigten eine Verbesserung nach 4 Wochen, während nur 20 % der Placebo-Gruppe eine Veränderung erlebten.
Verbesserte Lebensqualität:
Patienten in der CBD-Gruppe berichteten über eine signifikante Steigerung der Lebensqualität (QOLIE-31 Score).
Keine wesentlichen Nebenwirkungen:
Im Vergleich zur Placebo-Gruppe gab es keine signifikanten Unterschiede in der Verträglichkeit.
Warum ist diese Studie so wichtig?
Frühere Studien zeigten bereits positive Effekte von CBD bei seltenen Epilepsieformen wie dem Dravet- oder Lennox-Gastaut-Syndrom. Diese neue Studie erweitert das Wissen über CBD bei erwachsenen Patienten mit therapieresistenter Epilepsie und könnte langfristig eine zusätzliche Behandlungsoption etablieren.
Fazit: CBD zeigt Potenzial – Beratung empfohlen
Die Studie liefert überzeugende Hinweise darauf, dass CBD eine wirksame und gut verträgliche Ergänzung zur Epilepsie-Therapie sein kann. Besonders für Betroffene, bei denen herkömmliche Medikamente nicht ausreichen, könnte medizinisches Cannabis eine wertvolle Alternative sein.
Referenzen:
[1] Victor, T. R. et al. (2022) Prophylactic Administration of Cannabidiol Reduces Microglial Inflammatory Response to Kainate-Induced Seizures and Neurogenesis. Neuroscience. [Online] 5001–11.
[2] García-Arencibia, M. et al. (2007) Evaluation of the neuroprotective effect of cannabinoids in a rat model of Parkinson’s disease: Importance of antioxidant and cannabinoid receptor-independent properties. Brain research. [Online] 1134 (1), 162–170.
[3] Victor, T. R. et al. (2020) Cannabidiol Effects on Post‐Seizure Neurogenesis. The FASEB journal. [Online] 34 (S1), 1–1.
[4] Hosseinzadeh, M. et al. (2016) Cannabidiol Post-Treatment Alleviates Rat Epileptic-Related Behaviors and Activates Hippocampal Cell Autophagy Pathway Along with Antioxidant Defense in Chronic Phase of Pilocarpine-Induced Seizure. Journal of molecular neuroscience. [Online] 58 (4), 432–440.
[5] Ebadi, S. R. et al. (2023) The effect of cannabidiol on seizure features and quality of life in drug-resistant frontal lobe epilepsy patients: a triple-blind controlled trial. Frontiers in neurology. [Online] 141143783–1143783.