
Cannabis Therapie bei Endometriose
Endometriose und Schmerzen: Cannabis als vielversprechende Therapie
Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen und betrifft ca. 10-15% der Frauen in Deutschland [1]. Die Erkrankung geht meist mit äußerst starken Schmerzen einher, die oft schwer zu behandeln sind.
Warum verursacht Endometriose Schmerzen?
Endometriose entsteht, wenn gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst. Dies führt zu Entzündungen, Verwachsungen und chronischen Schmerzen. Typische Symptome sind:
Starke Menstruationsschmerzen
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Chronische Unterbauchschmerzen
Verdauungsprobleme und Müdigkeit
Herkömmliche Therapien wie Schmerzmittel und Hormonbehandlungen helfen oft unzureichend, weshalb Alternativen gefragt sind.
Cannabis als Schmerzmittel bei Endometriose
Studien zeigen, dass viele Frauen Cannabis als wirksam empfinden [2,3]. Es wirkt über das Endocannabinoid-System, das eine Rolle bei Schmerzregulation und Entzündungshemmung spielt. Betroffene gaben folgende Verbesserungen an:
Schmerzen und Übelkeit reduziert
Entzündungen gehemmt
Muskelkrämpfe entspannt
Schlaf verbessert
Weniger Depressionen
Medikamente reduziert (z.B. Opioide, Schmerzmittel, Hormonpräparate)
Welches Cannabisprodukt ist geeignet?
Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Endometriose-Patientinnen (80,4 %) THC-dominante Cannabispräparate verwendet. Inhalierbare Produkte wie Verdampfer wirken dabei besonders schnell. Viele Betroffene kombinieren zudem mehrere Cannabisprodukte, um eine individuell abgestimmte Therapie zu erreichen [2].
Die Cannabinoide THC und CBD liefern unterschiedliche Vorteile:
Hoher THC-Gehalt: beste Ergebnisse bei chronischen Schmerzen [4]
Höherer CBD-Gehalt: besser bei zb. Gastrointestinalen Beschwerden [5-7]
Fazit: Eine sinnvolle Alternative?
Cannabis könnte eine vielversprechende Option zur Schmerztherapie bei Endometriose sein. Laut aktueller Studien kann es nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch Entzündungen hemmen und die Lebensqualität von Betroffenen beträchtlich verbessern.
Referenzen:
[1] Robert Koch Institut (2023). Gesundheitliche Lage der Frauen in Deutschland. Verfügbar unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/user_upload/RKI_Gesundheitliche_Lage_der_Frauen_in_Deutschland_Screen.pdf
[2] Proudfoot, A. et al. (2024) A survey of cost, access and outcomes for cannabinoid-based medicinal product use by Australians with endometriosis. Australian & New Zealand journal of obstetrics & gynaecology. [Online] 64 (4), 411–415.
[3] Calleson Cummings, S. et al. (2024) Evaluating the Current Evidence for the Efficacy of Cannabis in Symptom Management of Endometriosis-Associated Pain. Integrative medicine reports. [Online] 3 (1), 111–117.
[4] Bell, A. D. et al. (2024) Clinical Practice Guidelines for Cannabis and Cannabinoid-Based Medicines in the Management of Chronic Pain and Co-Occurring Conditions. Cannabis and cannabinoid research. [Online] 9 (2), 669–687.
[5] Sinclair, J. et al. (2021) Effects of cannabis ingestion on endometriosis-associated pelvic pain and related symptoms. PloS one. [Online] 16 (10), e0258940–e0258940.
[6] Sinclair, J. et al. (2023) The Place of Cannabinoids in the Treatment of Gynecological Pain. Drugs (New York, N.Y.). [Online] 83 (17), 1571–1579.
[7] Farooqi, T. et al. (2023) Cannabis and Endometriosis: The Roles of the Gut Microbiota and the Endocannabinoid System. Journal of clinical medicine. [Online] 12 (22), 7071-.